Fangen wir mal an mit der angeblichen Ankündigung um mal den bisher getätigten “Journalismus” zu reflektieren:

Original von krautchan.net

Qualitätsjournalismus

Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen.

Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.

Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger.

Was man übrigens auf dem PC des Täters gefunden haben will, wissen wir nicht. Vielleicht hat er die Site mal besucht, den durch die Presse gegangenen Beitrag hat er jedenfalls nicht verfasst, denn der hat nie existiert.

(Hier ist ein Screenshot des ziemlich unspektakulären Originals, das absolut nichts mit Amokläufen zu tun hat.)

Wie dem auch sei, wir sind offline, bis der Traffic sich normalisiert hat.

Wer uns immer noch nicht glaubt, kann mal in den Google Cache schauen, und die Post-ID vergleichen.

Wir möchten auch nochmal klarstellen, dass hier im Gegensatz zu den Unterstellungen diverser sogenannter Internet-Experten nichts gelöscht wurde, wir haben lediglich die Forensoftware offline genommen, da unser Server wie bereits gesagt nicht in der Lage ist, die momentanen Anfragen zu bedienen. Da aber so viel Interesse an dem besagten Thread besteht, haben wir ihn hier zur Verfügung gestellt. Bitte beachten, dass die Forenfunktionalität zurzeit nicht zur Verfügung steht und deshalb einige der Buttons und Links auf der Seite Fehlermeldungen liefern. Auch ha uns übrigens als Betreiber des Servers bisher außer der London Times niemand kontaktiert und um Informationen gebeten. Nicht eine einzige Anfrage. Stattdessen hat man lieber in der Öffentlichkeit seine Spekulationen verbreitet und es uns überlassen, diese zu finden und darauf zu antworten.

Die sonstige Berichterstattung gleicht sich fast überall. In jedem Bericht zu finden, nach dem Motto “das muss die Öffentlichkeit unbedingt erfahren”. Das wird dann so oft wiederholt bis auch in den letzten Köpfen drin ist (also was für Filme er geschaut, welche “bösen” Hobbys er hatte  und welche Spiele er gespielt hat): Klar daran liegts.


Auf dem Computer des Jugendlicher wurden Pornobilder gefunden. Der 17-Jährige habe sich zudem mit Gewaltfilmen beschäftigt, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Siegfried Mahler. Der Jugendliche habe viel Zeit am Computer verbracht.

Quelle: gmx.de

Ich begrüsse herzlichst die Damen und Herren, die sich Porno(bilder) anschauen, im Kreise der üblichen Verdächtigen :D /sarkasmus

Ach ja, von skynews.com gibt es wohl ein Video was die letzte Minute (letzten Minuten?) des Schützen zeigen soll. Laut Berichten sei nur zu sehen wie er am Bein getroffen zu Boden fällt. Mal gespannt wieviele Hits das Ding bekommt und wann es auf youtube steht  :rolleyes:

Allerdings hat mich Schäuble dann doch überrascht, denn in einem Interview sagte er (sinngemäß, finde das komischerweise nicht im Netz und wenn dann ohne “Killerspiel” etc.):

Eine erneute Diskussion über eine Verschärfung des Waffengesetztes oder über das Verbot von “Killerspielen” wäre ein reines Ablenkungsmanöver. Man sollte sich zusammensetzen und darüber reden/herausfinden was in der Gesellschaft schief läuft.

Geht doch…

Von faz.net, denen ich doch etwas mehr Seriösität zugetraut hätte, aber was macht man nicht alles um Klicks zu bekommen:


Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt unterdessen rasche politische Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden ab. Er könne nicht erkennen, wie eine „wie auch immer geartete Änderung des Waffenrechts“ das Unglück hätte verhindern können, sagte Schäuble am Donnerstag in Berlin. Deutschland habe bereits ein strenges Waffenrecht mit scharfen Auflagen für Jäger und Sportschützen. Auch mache es keinen Sinn, Schulen in Festungen zu verwandeln.

Die Gesellschaft müsse sich allerdings fragen, warum bei jungen Menschen die Neigung zu Gewaltexzessen wachse. Hier gelte es Werte zu vermitteln, die Familien zu stärken und möglicherweise den „Zugang zu Gewaltdarstellungen zu beschränken“, sagte Schäuble. Hundertprozentige Sicherheit könne es aber nicht geben.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat ein Verbot besonders brutaler Computerspiele gefordert. „Solche Spiele haben meines Erachtens bei uns nichts verloren“, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Es gebe Killerspiele, die „völlig unerträglich sind“. Teils müsse man in der Rolle eines Gewalttäters andere Menschen hemmungslos abknallen. Bei jungen Menschen setzten solche Spiele Hemmschwellen herunter und beinhalteten die Gefahr, „dass jemand meint, so etwas selbst nachspielen zu müssen“, sagte Herrmann.

Der bayerische Innenminister forderte zudem, dass das Waffengesetz auch im engsten Familienkreis konsequent umgesetzt werden müsse. Hätte der Vater des Amokläufers von Winnenden die Waffen entsprechend den Vorschriften aufbewahrt, hätte der Junge keinen Zugriff darauf haben können, sagte er. Leider würden die Vorschriften gerade in der eigenen Familie nicht genau genug eingehalten.

Da hat der Herr Innenminister ja recht, aber hätte hätte hätte… hat der Vater aber nicht :( Dem Junior war ja sicherlich auch die Kombination des Waffenschranks bekannt, hätte also auch nicht wirklich was gebracht.

*kopfschüttel* Die Psychologen wieder mal… da werden die Auswirkungen von Computerspielen (man besorge sich eine beliebige Studie die für die Pro- oder Contra-Seite spricht) mit denen von Asbest und Zigaretten verglichen (verursachen Krebs) … Ich weiss grad nicht ob ich jetzt lachen oder weinen soll.  :crazy:   Am Besten lachen  :rolleyes:

Die Bild-Psychologen wissen natürlich auch bestens Bescheid  :rolleyes:

6. Welchen Einfluss haben Videospiele?
Basse: „Videospiele leisten einen Beitrag, denn sie öffnen bei psychisch labilen das Ventil, geben die Antworten darauf, was sie gegen ihre Frustration tun sollen. Spiele zeigen den Jugendlichen die Lösung in einer Kunstwelt, das Licht am Ende des Tunnels. Sie geben die Idee, die wie befreiende Emotionen wirken. Spiele haben somit eine Mitschuld, weil man die Handlung vorspielen und üben kann, damit wir die Amoktat vorstellbarer.

Kann man den Leuten nicht einfach die Lizenz entziehen?  :rolleyes: Also den Leuten von der BILD gleich mit, denn einen schlimmer gearteten “Journalismus” habe ich noch nicht gesehen! Statt Bild: www.bildblog.de (da wird so manches richtiggestellt was von der BILD veröffentlicht wird)

Die gleichen Diskussionen, jedes einzelne Mal  :(   Ich hab die Lösung, man verbietet einfach alles was irgendeine Art von Emotion auslösen kann (bspw. Bücher, Comics, Musik etc., gibt ja genug die vor “Gewalt” strotzen) und bringt entsprechende Logos/Warnhinweise auf eben jeden Medien und zusätzlich  auf Waffen an :rolleyes: Ein psychisch labiler Mensch lässt sich ja wohl von allem beeinflussen, was irgendeine Art Emotion auslösen kann und seiner Meinung nach Inspiration für Frustabbau bietet.

Mich wundert es, das ich noch nicht Amok gelaufen bin, zocke Paintball, “Killerspiele” (ich kann den Ausdruck echt nicht mehr hören), höre bösen Metal, schaue Horror-/Splatterfilme an… Hmm… mal ein ganz blöder Gedanke: Liegt es eventuell doch an der Erziehung und/oder dem persönlichen Umfeld eines jeden Einzelnen? Nein, kann ja laut Medien gar nicht sein…

Zu den Gründen/Auslösern für die Tat weis die Faz auch Bescheid:


Dass exzessive Gewaltdarstellungen in Filmen dabei eine Rolle spielen, wird nicht mehr ernsthaft bestritten. Insbesondere mit Videospielen, die auf militärischen Schießsimulatoren beruhen (Ego-Shooter), würden Jugendliche wie Soldaten „zum Töten konditioniert“, hieß es in einer Studie aus dem Jahr 2000. Gewiss, Tausende junger Leute reagieren sich damit ab, ohne zu Killern zu werden. Aber bei einigen wenigen kann sich solches virtuelles Training mit anderen Faktoren zu realer Mord- und Rachelust verdichten: Ein schwaches Selbstbewusstsein, gepaart mit unerfülltem Geltungsbedürfnis, Kränkungen von Eltern und Klassenkameraden genügen schon.

Immer schön das jedes Mal die Rede von “einer” Studie ist, die werden komischerweise nie beim Namen genannt ;) Egal ob eine Pro- oder Contra-Studie genannt wird. Und nicht tausende junger Leute, Millionen junger Leute spielen diese Spiele (die sie ja eigentlich nicht spielen dürfte… vom Alter her gesehen). Klar kann das auf einen einwirken wenn man damit alleine gelassen wird -> wieder mal: Erziehung mehr durch Spiele als durch Eltern?

Interessant ist natürlich wie ein 17jähriger, der dazu noch depressiv/psychisch labil ist – solche Spiele spielen bzw. Filme sehen kann (und das seit Jahren schon). Sind ja schliesslich ab 18 Jahren (ausser Counter Strike, das ist ab 16 Jahren freigegeben). Ja ich weis, es gibt ja eh die Mittel und Wege sich die Spiele/Filme zu besorgen.  Aber warum greifen da nicht die Eltern steuernd ein? Nicht mit Verboten, sondern mit Kommunikation. Und es gibt doch noch so etwas wie eine “Aufsichtspflicht” oder?

Bin dennoch gespannt was dieser Amoklauf für gesellschaftliche Folgen haben wird. Denn verbieten ist ja immer einfacher als aufklären, auch wenn manch ein Politiker was anderes suggerieren will (ist ja schliesslich bald Wahlkampf ;) ) Passend dazu eine Meldung der CDU/CSU.

Was mich aber dennoch mal interessieren würde:

Wird es an den Schulen dann bald so sein wie in den US of A mit Metalldetektoren, Schuluniformen etc.? Wobei ich den Gedanken “Schuluniform” gar nicht so schlecht finde. Dann würde zumindest mal das mit dem “Du bist nichts weil du kein Marken-Klamotten hast” aufhören.

Mich ärgert es aber auch, das in jedem Bericht die üblichen Verdächtigen genannt werden. Kein Text- oder Fernseh-/Radiobericht in dem nicht explizit darauf hingewiesen wird was er an Filmen geschaut und an Spielen gespielt hat. Egal über was gerade zu dem Thema berichtet wird, in einem Nebensatz findet man was dazu *nerv* Es muss ja auch in der Köpfe der “nicht denkenden” Leute hineingehämmert werden bis man es glaubt.

Mich ärgern diese Vorurteile einfach fürchterlich. Ja, es ist schlimm das es passiert ist, aber nach dem wirklichen:

Wieso, weshalb, warum – mal ganz ohne Schuldzuweisungen – danach fragt niemand bzw. keiner der Verantwortlichen.

So wie ich das bisher interpretiere ist der Junge ziemlich alleine gelassen worden mit sich und seinen Problemen. Das ist das Schlimme daran.

Aber Möglichkeiten wie mit Eltern, Freunden etc zu reden hatte er wohl nicht – so wie ich das sehe.

Ach ja, mal so am Rande:

Amokläufe gibt es ja nicht erst seit den letzten 15 Jahren, der erste ist 1913 dokumentiert. Und ich bin mir sicher das davor auch noch welche waren:

T-Online-Wikipedia

Abschliessend:

Sorry, man kann es manchmal einfach nur noch sarkastisch sehen. Mal sehen wie sich die ganze Chose entwickelt und ob und welche Auswirkungen man spüren wird.  Passend dazu folgender Spruch:

Erst wenn die letzte Lan ausgerottet,
der letzte Zocker gestorben
und das letzte Spiel indiziert ist,
werdet Ihr merken,
das man Kinder doch erziehen muss!

Quelle: Unbekannt

Hoffentlich merken die früher, das man Kinder immer noch selbst erziehen muss.